Unsere Prognose: Deutschland wird zum Dürreland

StudieBodentrockenheit in Deutschland
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Rekorddürren wechseln sich mit Starkregen und Überflutungen ab; in den letzten Jahren befinden sich Deutschlands Böden im Ausnahmezustand. Eine vorübergehende Disruption – oder neue Normalität? Da etliche unserer Kunden von solchen Entwicklungen betroffen sind, haben wir die Entwicklung der Bodentrockenheit in Deutschland untersucht, zeigen Trends auf und stellen Prognosen.

Dafür haben wir unser eigenes KI Tool NEUTRUM ZEITREIHENANALYSE verwendet und mit öffentlichen Daten des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung gefüttert. Diese geben die Bodenfeuchte in bis zu 1,8m Tiefe an.

Die Ergebnisse sind besorgniserregend. Wir haben dazu ein Whitepaper veröffentlicht, über das der Tagesspiegel vorab berichtete. Hier stellen wir die wichtigsten Ergebnisse vor.


Erkenntnis 1: Deuschlands Böden trocknen immer rapider aus

Schwankungen in der Bodenfeuchte sind in einem gewissen Umfang normal. In vielen Bundesländern waren die 1960er und Teile der 1970er trockener als die 1950er, während die 1980er wieder mehr Wasser in die Böden brachten.

Seit den 2010er Jahren erleben wir jedoch eine Austrocknung in Rekordtempo, das sich immer weiter erhöht. 2020 haben Deutschlands Böden im Durchschnitt der Bundesländer gegenüber dem langjährigen Mittelwert seit 1951 über 70% ihrer Feuchtigkeit verloren!

Die Prognose mit unserem NEUTRUM ZEITREIHENANALYSE KI-Tool sieht eine weitere Verschlechterung bis Ende 2022 auf im Durchschnitt 71,3% unterm langjährigen Mittel. Deutschland trocknet weiter rapide aus.


Erkenntnis 2: Der Osten kann ein bisschen hoffen, der Westen muss zittern

Die Nordhälfte Deutschlands leidet bislang deutlich stärker unter Dürre als die Südhälfte – besonders dramatisch ist die Lage in den neuen Bundesländern mit Ausnahme von Thüringen. Im Westen ist vor Allem Nordrhein-Westfalen stark ausgetrocknet.

Während unser Outlook für die gesamte Osthälfte Deutschlands mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern das Tal durchschritten sieht, droht die bislang glimpflichere Situation in der Westhälfte des Landes vielerorts zu kippen. Besonders stark sind nach unseren Prognosen davon die bisherigen „Musterländer“ Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und Saarland betroffen – mit Verschlechterugen von z.T. mehr als 20%.


Erkenntnis 3: Es drohen mögliche Teufelskreise

Wir bei HASE & IGEL sind keine Experten für Klima- und Umweltforschung. Dennoch haben wir statistische Analysen durchgeführt um zu ermitteln, wie weit sich trockenere Böden auf naheliegende Phänomene wie Waldbrände, landwirtschaftliche Erträge und den Ausstoß von Treibhausgasen auswirken. Die Ergebnisse sind dementsprechend lediglich vorläufig, doch beunruhigend.

Insbesondere die Zahl der Waldbrände steigt in den letzten Jahren eindeutig mit zunehmender Bodentrockenheit. Dies ist eine Entwicklung, wie sie insbesondere aus Australien und von der Westküste der USA bereits seit längerem bekannt ist, und die somit nun auch hierzulande mess- und belegbar erscheint. Da Brände wiederum zu trockeneren Böden führen, droht hier eine negative Rückkoppelung.

Ein weiterer Teufelskreis könnte zwischen Bodentrockenheit und Treibhausgasen bestehen: Betrachtet man alle relevanten Treibhausgase (die CO2-Äquivalente des Umweltbundesamts), ist ein hoch signifikanter Zusammenhang mit der Bodenfeuchte feststellbar… in beide Richtungen: mehr Treibhausgase – trockenere Böden, jedoch auch trockenere Böden – mehr Treibhausgase. Dieser Zusammenhang klärt annähernd 10% in der Varianz der Treibhausgase auf. Er ist plausibel, da trockenere Böden weniger Biomasse hervorbringen und damit auch weniger CO2 binden (und andere Treibhausgase – siehe z.B. das Austrocknen von Mooren und die damit verbundene Freisetzung von nicht nur CO2, sondern auch von Lachgas). Im Austausch mit Geo- und Klimawissenschaftlern begegneten wir zu diesem Befund vielen guten Einwänden – er muss definitiv deutlich genauer untersucht werden. Doch alleine das Risiko einer Selbstverstärkung des Klimawandels ist Grund genug, zu genau solchen Untersuchungen aufzurufen!

Landwirtschaftliche Erträge gehen hingegen bisher noch nicht signifikant zurück, da immer intensiver gedüngt und bewässert wird. Entsprechende Nebeneffekte wie absinkende Grundwasserspiegel oder höhere Bodenbelastungen führen zu Schäden, die wir hier nicht untersucht haben. Erste Effekte gibt es aber bereits zu messen: so konnten wir beim Winterraps einen schwachen, aber statistisch eindeutigen Rückgang durch trockenere Böden messen.


Ermitteln Sie frühzeitig, wie sich diese Entwicklung auf Ihr Geschäft auswirkt!

Viele unserer Kunden sind durch diese Entwicklung betroffen – vom Baugewerbe und Handwerk über die Land- und Forstwirtschaft sowie den Landmaschinenbau bis zu Nahrungsmittelindustrie, Gastronomie und Handel.

Gerne helfen wir Ihnen, frühzeitig zu ermitteln, wie sich die Situation in Ihren Geschäftsgebieten entwickeln wird und welche Auswirkungen Sie daraus auf Ihr Geschäft zu erwarten haben.

Analysen sind dabei Landkreis-scharf möglich und können eine Vielzahl an Faktoren aus Ihrem Unternehmen und Ihren Märkten einbeziehen. Nehmen Sie gleich den Kontakt auf.

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