Corona befeuert Ehe-Abwärtstrend

Corona senkt die Nachfrage nach dem Heiraten
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Nicht nur die Singles hatten es 2020 durch die Corona Schutzmaßnahmen schwer, jemanden kennenzulernen – auch die Verliebten, die den nächsten Schritt machen wollten, standen vor verschlossenen Standesamtstüren. Seit Aufhebung des Lockdowns und Lockerung der Verbote für private Zeremonien hat beim Interesse am Heiraten ein gewisser Aufholeffekt eingesetzt – der jedoch nicht ausreicht, um die „Corona-Delle“ auszugleichen.

Suchverhalten verrät Interesse am Ja-Wort

Dies zumindest legt unsere Untersuchung des Online-Suchverhaltens mit dem HASE & IGEL MARKTEXPLORER nahe. Dieser bildet KI-gestützt aus der Analyse von mindestens 8 Jahren saisonale Erwartungswerte, wie viele Menschen in einem Monat z.B. nach „Heiraten“ suchen sollten, gleicht die tatsächliche Entwicklung damit ab und prognostiziert den weiteren Verlauf. So erfassen wir insbesondere das Informationsverhalten von Menschen, die zum ersten Mal heiraten und rund um die Hochzeit recherchieren.

Das Interesse am Heiraten geht seit Jahren zurück. Corona beschleunigt das enorm.

Bereits vor Corona haben sich die Deutschen seit Längerem immer weniger rund ums „Heiraten“ informiert. Insbesondere in den letzten drei Jahren ist die durchschnittliche Popularität um jährlich beinahe 5 % gesunken. Es scheint, dass die Pandemie diesen Trend stark beschleunigt hat: zunächst hat der Lockdown die typisch starke Saison des Frühjahres massiv beschnitten – auch das dritte Quartal fiel verhalten aus. Unsere KI-gestützte Prognose zeigt, dass für den Jahresendspurt, welcher schon immer beim „Heiraten“ auf dem letzten Platz stand, weiterhin kein „Corona- Nachholeffekt“ zu erwarten ist. Der Januar 2021 wird wieder einen Peak zeigen, dennoch wird dieser voraussichtlich um 14 Prozentpunkte niedriger ausfallen als im Durchschnitt der den letzten beiden Vor-Corona-. Im Jahresdurchschnitt sind 2021 weniger als 60% der Nachfrage zu erwarten, deren sich Heiraten noch vor 5 Jahren erfreute – und 22,4% weniger als im Vergleichszeitraum direkt vor der Pandemie.

Treue Seelen: Mecklenburg-Vorpommeraner lassen sich die Romantik nicht verderben

Diese Corona-Delle trifft die Bundesrepublik dabei gleichmäßig – der Abwärts-Trend beim Interesse am Heiraten ist hingegen nicht so homogen verteilt: während das Ja-Wort in Sachsen-Anhalt am stärksten an Popularität verliert, steigt in Mecklenburg-Vorpommern das Interesse am Heiraten sogar als einzigem Bundesland seit Jahren an.

Oft wird darüber gesprochen, dass Corona ein Trend-Beschleuniger im Guten sein kann, wie im Beispiel bei der Digitalisierung oder der Transformation zu einer agileren, moderneren Arbeitswelt. Aber allem Anschein nach kann Corona auch anders – und gesellschaftliche Prioritäten womöglich längerfristig verändern.

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