Tour de France: Wer führt im Netz und woher können wir das wissen?

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Während sich auf der Strecke noch ein packender Wettbewerb abspielt, ist ein anderes Rennen bereits klar entschieden: Wir haben untersucht, welcher der Tour de France Favoriten die meisten Besucher auf seite offizielle Website erhält. Hier führt Julian Alaphilippe mit beeindruckendem Vorsprung, während ihm im Sattel sein gelbes Trikot durchaus noch genommen werden kann.

Woher wissen wir, wie viele Besucher die Seiten haben?

Wie kommt es überhaupt, dass wir von Seiten, die wir nicht selbst betreiben (und von denen wir folglich keine Daten aus Programmen wie Google Analytics, Piwik oder eTracker erhalten), die Besucherzahlen vergleichen können?

Die Antwort liegt in Browser-Plugins, Widgets und Dauer-Logins: ein guter Teil dieser dienstbaren Geister und praktischen Arrangements sammelt beinahe sämtliche Daten zu unserem Surfverhalten und sendet sie anonymisiert an die Betreiber der entsprechenden Dienste. Ganz vorn dabei: Amazon (mit seinem Datendienst Alexa, den es bereits über 10 Jahre gab, als er eine Stimme und Lautsprecher verliehen bekam), der US-Softwarehersteller SEMrush und der englisch-israelische Datamining-Anbieter SimilarWeb. So sind diese Player in der Lage, von sehr großen Stichproben (da Millionen Nutzer je Land entsprechende Dienste verwenden) nachzuzeichnen, wer auf welchem Wege wohin surft und wie lange die User jeweils auf einem Auftritt verharren.

Wir haben für diese Analyse die Daten von SimilarWeb verwendet, da sie unseres Erachtens in europäischen Märkten eine besonders gute Näherung an die tatsächlichen Werte bieten, wenn man die Hochrechnungen des Dienstes mit den tatsächlichen Werten aus z.B. Google Analytics vergleicht.

Diese Art der Datenerhebung ist nicht unumstritten

Es kann übrigens durchaus sein, dass diese für Marktforscher äußerst bequeme Art des Datensammelns von begrenzter Haltbarkeit ist: derzeit wird in der EU die ePrivacy-Verordnung verhandelt, die den Umgang mit solchen Daten regeln soll. Um das oben umrissene Geschäftsmodell ist dort einige Kontroverse entbrannt, insbesondere seit ein US-Dienst (Nacho Analytics) kürzlich schließen musste, weil er die Nutzerdaten nicht sauber anonymisiert hat.

Wir sehen in einem anonymen Tracking keinerlei Verletzung von Datenschutz oder Privatsphäre. Im Gegenteil, Forscher und Marketing-Experten erhalten so enorm wertvolle Hinweise zum tatsächlichen Konsumentenverhalten, die helfen, Produkte zu verbessern und die Effizienz des Marketings zu erhöhen. Das kommt letztlich Allen zu Gute, durch relevantere Produkte und niedrigere Preise.

Klar ist jedoch: es muss zu jeder Zeit gewährleistet sein, dass keine Rückschlüsse auf das einzelne Individuum hinter den Daten möglich sind!

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